SOLON X TechTrends: Erfolgreiches Prompt Engineering für die Wirtschaftsprüfung
TechTrends
27/02/2025
| ChatGPT
| Datenanalyse und Künstliche Intelligenz
In unserer letzten Ausgabe haben wir gezeigt, wie Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ChatGPT effektiv in ihre tägliche Arbeit integrieren können. Dabei wurde deutlich: Die Qualität der Antworten hängt maßgeblich von der Formulierung der Eingaben ab. Prompt Engineering ist der Schlüssel, um präzisere, verlässlichere und praxisnahe Ergebnisse zu erhalten. Doch welche Komponenten machen einen erfolgreichen Prompt aus? Antwort darauf liefert ICAEW Insights. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und leiten Sie direkt zu den relevanten Detaileinblicken weiter.
Die TechTrends sind eine speziell für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater zusammengestellte Rubrik, die sich auf die aktuellen Entwicklungen in der Digitalisierung konzentriert. Unser Ziel ist es, Ihnen regelmäßig einen Überblick über die spannendsten und relevantesten Trends aus der digitalen Welt zu bieten, die für Ihre tägliche Arbeit wichtig sind. Sie erhalten die Informationen kompakt und leicht verständlich aufbereitet, sodass Sie schnell einen Einblick in neue Technologien und Tools gewinnen können, ohne lange selbst recherchieren zu müssen.
Die fünf essenziellen Elemente eines guten Prompts
Die Art und Weise, wie eine Frage oder Aufgabe an ein generatives KI-Modell formuliert wird, beeinflusst die Qualität der Antwort erheblich. Mark Wickersham, Gründer der Value Pricing Academy, beschreibt in einem Beitrag für ICAEW Insights, dass es vor allem fünf zentrale Komponenten sind, die über die Qualität der Ergebnisse entscheiden.
Die Aufgabe klar definieren: Jeder Prompt sollte unmissverständlich formulieren, was genau erledigt werden soll. Ein Beispiel für eine unklare Eingabe wäre: „Erstelle einen Bericht.“ Eine präzisere Version könnte lauten: „Analysiere die Finanzberichte des letzten Quartals und erstelle eine Zusammenfassung mit den drei wichtigsten Erkenntnissen für das Management.“
Die richtige Persona wählen: KI-Modelle reagieren besser, wenn ihnen eine Rolle zugewiesen wird. Statt einfach um eine Analyse zu bitten, sollte spezifiziert werden: „Du bist ein erfahrener Wirtschaftsprüfer mit Spezialisierung auf IFRS. Analysiere die angehängten Finanzberichte und erstelle eine Liste möglicher Risiken.“
Den Kontext bereitstellen: Je mehr relevante Informationen der KI gegeben werden, desto genauer wird die Antwort. Wer eine Unternehmensbewertung durchführt, sollte die Branche, Unternehmensgröße oder spezifische Herausforderungen des Unternehmens angeben.
Beispiele integrieren: Wenn bereits frühere Berichte oder Vorlagen existieren, sollten diese als Beispiele in den Prompt eingebunden werden. So kann die KI Struktur und Stil nachvollziehen.
Das gewünschte Format angeben: Soll die Antwort als Bericht, Checkliste oder in Bullet Points formuliert sein? Die Angabe eines Formats hilft, direkt eine verwertbare Ausgabe zu erhalten.
Effektive Techniken für fortgeschrittenes Prompt Engineering
Wer das volle Potenzial generativer KI ausschöpfen möchte, kann über einfache Prompts hinausgehen und gezielte Strategien nutzen. In einem aktuellen Artikel beschreibt ICAEW Insights, welche fortgeschrittenen Methoden Wirtschaftsprüfern helfen können, noch präzisere und differenziertere Antworten von KI-Modellen zu erhalten. Eine der wirkungsvollsten Methoden ist die Chain of Thought (CoT)-Technik. Hierbei wird die KI in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung geführt. Statt einer einzigen komplexen Frage werden mehrere gezielte Anfragen gestellt, die das Modell durch den Denkprozess leiten.
Ein weiteres leistungsfähiges Verfahren ist die Self-Consistency-Methode. Dabei wird ein Modell mehrfach mit derselben Anfrage konfrontiert. Durch den Vergleich der verschiedenen Antworten lassen sich Muster und Unstimmigkeiten leichter erkennen.
Für besonders tiefgehende Analysen kommt die Tree of Thought-Technik zum Einsatz. Siezerlegt komplexe Fragestellungen in einzelne Aspekte, die dann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Dadurch entstehen fundiertere und vielseitigere Analysen.
Warum eine eigene Prompt-Bibliothek für Kanzleien sinnvoll ist
Viele Kanzleien und Unternehmen setzen mittlerweile auf eine strukturierte Prompt-Bibliothek, um wiederkehrende Aufgaben effizienter zu gestalten. Statt jedes Mal neue Prompts zu schreiben, können optimierte Vorlagen genutzt werden, die sich bewährt haben. Eine strukturierte Sammlung gut formulierter Prompts ist besonders für wiederkehrende Aufgaben ein wertvolles Werkzeug. Eine gut gepflegte Bibliothek kann Zeit sparen und gleichzeitig eine höhere Konsistenz in den Ergebnissen sicherstellen. So lässt sich beispielsweise eine standardisierte Eingabe für Unternehmensbewertungen definieren:
„Du bist ein Wirtschaftsprüfer mit Spezialisierung auf Unternehmensbewertungen. Analysiere die angehängten Finanzberichte und erstelle eine Risikobewertung basierend auf finanziellen Kennzahlen. Verwende die Vorlage aus der letzten Bewertung als Referenz.“
Durch solche Vorlagen reduziert sich der Zeitaufwand erheblich, und gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Ergebnisse.
„Du bist ein Wirtschaftsprüfer mit Spezialisierung auf Unternehmensbewertungen. Analysiere die angehängten Finanzberichte und erstelle eine Risikobewertung basierend auf finanziellen Kennzahlen. Verwende die Vorlage aus der letzten Bewertung als Referenz.“
Durch solche Vorlagen reduziert sich der Zeitaufwand erheblich, und gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Ergebnisse.
Fazit: Strukturierte Prompts für bessere Ergebnisse
Das Potenzial von KI für die Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung ist enorm – aber nur, wenn die Eingaben systematisch und präzise erfolgen. Ein gut durchdachter Prompt kann den Unterschied zwischen einer oberflächlichen Antwort und einer fundierten, praxisnahen Analyse ausmachen. Wer sich mit den richtigen Techniken beschäftigt und eine eigene Prompt-Bibliothek aufbaut, kann die Effizienz in der Kanzlei erheblich steigern und konsistente Ergebnisse erzielen.
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