Drei Regulierungstrends, die die Prüfungspraxis 2026 verändern
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Bildquelle: Hajera (Adobe Stock)
19/03/2026
| Recht und Regulierung
Mit dem Inkrafttreten neuer KI-Regulierungen, strengeren Anforderungen an die Datenlokalisierung und erweiterten Vorgaben zur Kontrolle von Drittanbietern verändert sich die regulatorische Landschaft im Jahr 2026 grundlegend. Für Unternehmen steigt nicht nur der Compliance-Aufwand, sondern auch die Komplexität ihrer IT- und Datenarchitekturen. Für Wirtschaftsprüfer entstehen dadurch neue Anforderungen an die Prüfung von Governance-Strukturen, Datenkontrollen und externen Dienstleistern.
Eine Analyse von Chris Radkowski, SAP-GRC-Experte bei Pathlock, identifiziert drei Macrotrends, die die regulatorische Praxis und damit auch die Prüfungspraxis maßgeblich prägen.
Der vollständige Artikel „Three Macrotrends That Will Reshape Risk, Compliance and Data Architecture in 2026“ wurde am 15. Januar 2026 von Chris Radkowski, SAP-GRC-Experte beim Identity-Security-Anbieter Pathlock, veröffentlicht. Der Beitrag analysiert aktuelle regulatorische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Risiko-, Compliance- und Datenarchitekturen in Unternehmen.
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KI-Regulierung wird erstmals umfassend verbindlich
Mit dem EU AI Act tritt erstmals ein umfassender regulatorischer Rahmen für künstliche Intelligenz in Kraft. Unternehmen sind verpflichtet, ihre KI-Systeme nach Risikoklassen zu kategorisieren und insbesondere für Hochrisiko-Systeme umfangreiche Anforderungen zu erfüllen. Dazu gehören Dokumentationspflichten, Anforderungen an Datenqualität, Risikobewertungen, kontinuierliche Überwachung sowie klar definierte Governance-Strukturen.
Datenlokalisierung führt zu komplexeren Datenarchitekturen
Parallel dazu verschärfen zahlreiche Länder ihre Anforderungen an die Speicherung und Verarbeitung von Daten. Staaten verlangen zunehmend, dass personenbezogene Daten innerhalb nationaler Grenzen gespeichert werden und Cloud-Anbieter lokalen regulatorischen Anforderungen unterliegen.
Für Unternehmen führt dies zu einer Abkehr von zentralisierten Datenarchitekturen hin zu regionalisierten Strukturen. Daten werden in unterschiedlichen Regionen separat gespeichert und verwaltet, um regulatorische Vorgaben einzuhalten.
Für globale Unternehmen bedeutet dies einen Wechsel von stark zentralisierten Datenverarbeitungsmodellen zu stärker regionalisierten Architekturen, verbunden mit komplexeren Strukturen für das Lieferantenmanagement und die Compliance.
Drittanbieter und Lieferketten rücken stärker in den Fokus der Regulierung
Ein dritter Trend betrifft die zunehmende regulatorische Kontrolle von Drittanbietern. Vorschriften wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) in der EU verlangen von Finanzunternehmen, dass sie Risiken im Zusammenhang mit externen IT-Dienstleistern systematisch überwachen und dokumentieren.
Unternehmen müssen nachweisen können, dass ihre Dienstleister angemessene Sicherheits- und Compliance-Kontrollen implementiert haben und regelmäßig überprüft werden. Verstöße oder Sicherheitsvorfälle bei Drittanbietern können unmittelbare regulatorische Konsequenzen für das beauftragende Unternehmen haben.
In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen nachweisen müssen, dass sie regelmäßige, aussagekräftige Risikobewertungen aller Drittanbieter durchführen. Von den Compliance-Teams wird erwartet, dass sie technische, datengestützte Nachweise für die Überwachung und Kontrolle von Datenflüssen, Zugriffen und Architektur vorlegen.
Erweiterung des Prüfungsumfangs und steigende Anforderungen an Governance und Kontrollen
Die regulatorischen Entwicklungen im Bereich KI, Datenlokalisierung und Drittanbieter-Governance führen zu höheren Anforderungen an Unternehmen und Prüfer gleichermaßen. KI-Systeme werden prüfungsrelevant, Datenarchitekturen komplexer und Drittanbieter stärker reguliert. Die Fähigkeit, komplexe digitale Systeme und deren regulatorische Einbindung zu bewerten, wird zu einem zentralen Bestandteil der Prüfungspraxis.
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