Autonom vernetzt: KI-Agenten in der Rechnungslegung
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Bildquelle: Andrii Yalanskyi (Adobe Stock)
20/02/2026
| API
| Datenanalyse und Künstliche Intelligenz
KI-Agenten verändern Geschäftsprozesse grundlegend – auch in Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung. Als KI-basierte Softwaresysteme übernehmen sie zunehmend eigenständig Aufgaben im Namen ihrer Nutzer. Über APIs (Application Programming Interfaces) greifen sie auf externe Systeme zu, automatisieren Prozesse, verarbeiten Daten und bereiten Entscheidungen vor. Mit wachsender Autonomie steigen jedoch auch die Risiken für Datenintegrität, Nachvollziehbarkeit und Governance. Wie Unternehmen und Wirtschaftsprüfer diesen Herausforderungen begegnen können, beleuchten Stefan Schmitt und Tjark Friebe in ihrem Beitrag „KI-Agenten und API-Governance“ in der IDW Life.
Den vollständigen Beitrag von Tjark Friebe und Stefan Schmittner lesen Sie in der Ausgabe 2026/01 der IDW Life – zusammen mit weiteren Artikeln rund um den Themenschwerpunkt „Der starke Mittelstand“, unter anderem zur Anwendung der IDW PS KMU und zum Leistungshaus Mittelstandskanzlei.
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Wenn Software selbst handelt
KI-Agenten gehen über klassische Automatisierung hinaus: Sie planen Aufgaben, lernen aus Erfahrungen und handeln teilautonom. Voraussetzung dafür ist der Zugriff auf operative Systeme wie ERP-, Buchhaltungs- oder E-Mail-Anwendungen – ermöglicht durch APIs.
Erst diese Anbindung erlaubt es KI-Agenten, systemübergreifend tätig zu werden, etwa bei der automatisierten Buchung von Rechnungen oder der Auswertung von Geschäftsvorfällen in Echtzeit.
Neue Effizienz – neue Abhängigkeiten
Die Bedeutung von KI-Agenten nimmt rasant zu. Laut dem Research Institut Gartner werden bis 2029 voraussichtlich rund 30 Prozent des weltweiten API-Datenverkehrs durch KI-Agenten verursacht. Was bislang vor allem Großunternehmen betrifft, wird zunehmend auch für mittelständische Unternehmen und Kanzleien relevant.
Ein Praxisbeispiel ist die automatisierte Übergabe geprüfter Belege zwischen Rechnungsmanagement- und Buchhaltungssystemen. Perspektivisch könnten KI-Agenten kontextbezogene Vorprüfungen übernehmen, während sich Mitarbeitende stärker auf Prüfung und Freigabe konzentrieren.
KI-Agenten im Prüfungskontext: Risiken für Integrität und Nachvollziehbarkeit
Mit der Automatisierung steigen die Anforderungen an Kontrolle und Prüfung: Insbesondere bei rechnungslegungsrelevanten Prozessen. KI-Agenten mit API-Zugriff können bei fehlerhafter Konfiguration oder unzureichender Überwachung Daten verändern oder unvollständig übertragen.
Nach ISA 315 sind alle IT-Systeme prüfungsrelevant, die relevante Informationen für bedeutsame Abschlussbestandteile verarbeiten. Dazu zählen auch APIs und API-Management-Lösungen, sofern sie rechnungslegungsrelevante Daten übertragen oder transformieren. Störungen oder mangelnde Überwachung können die Vollständigkeit und Richtigkeit der Buchführung gefährden.
API-Governance als Schlüssel zur Risikobeherrschung
Der sichere Einsatz von KI-Agenten erfordert eine strukturierte API-Governance. Zentrale Elemente sind:
- API-Inventar: Vollständige und aktuelle Übersicht aller eingesetzten APIs.
- Zugriffsmanagement: Umsetzung des Least-Privilege-Prinzips durch Rollen- und Freigabekonzepte.
- Föderiertes API-Management: Zentrale Sicherheitssteuerung auch bei dezentralen API-Strukturen.
- Dokumentation & Versionierung: Nachvollziehbare Spezifikationen, auch von Testumgebungen, und Verfahrensdokumentation rechnungslegungsrelevanter APIs.
- Monitoring & Security: Laufende Überwachung zur frühzeitigen Erkennung von Störungen oder Angriffen.
- Disaster Recovery: Getestete Wiederherstellungs- und Wiederanlaufkonzepte für APIs.
- Audit & Zertifizierung: Standards wie GoBD, SOC2, C5 oder ISO 27001 zur Schaffung von Transparenz und Vertrauen.
Fazit: Menschliche Verantwortung in autonomen Systemen
KI-Agenten eröffnen erhebliche Effizienzpotenziale, erhöhen jedoch zugleich die Komplexität rechnungslegungsrelevanter Prozesse. Eine wirksame API-Governance ist daher unverzichtbar, um Datenintegrität, Nachvollziehbarkeit und Compliance sicherzustellen.
Auch wenn KI künftig Plausibilitäten prüft, Prozesse überwacht und Abweichungen identifiziert, bleibt die fachliche Beurteilung beim Menschen. Wirtschaftsprüfer sollten die Technologie ihrer Mandanten genau kennen und kritisch hinterfragen.
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