Technologischer Wandel als Qualitätstreiber in der Abschlussprüfung
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Bildquelle: Syda Productions (Adobe Stock)
08/10/2025
| Abschlussprüfung
| Digitale Prozesse und Automatisierung
Die Abschlussprüfung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, getrieben durch Datenanalyse, Künstliche Intelligenz (KI) und volldigitale Geschäftsmodelle. Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitskreis „Technologisierung der Abschlussprüfung“ des IDW die im Jahr 2020 erstmals erschienenen Fragen und Antworten zur Anwendung von Automatisierten Tools und Techniken (ATT) überarbeitet und erweitert. Die neue Fassung bietet praxisnahe Orientierung für den Prüfungsalltag.
Die Nutzung von automatisierten Tools und Techniken (ATT) entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil in der Jahresabschlussprüfung. Mit der aktualisierten Verlautbarung stellt das IDW Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern aktuelle und relevante Unterstützung rund um den Einsatz von ATT in der Praxis zur Verfügung – etwa zu Prüfungsnachweisen in digitalen Geschäftsmodellen, zur Analyse unstrukturierter Daten oder zum Einsatz von generativen KI-Modellen.
Die aktualisierten IDW Fragen und Antworten wurden in der Heft 7/8 2025 der IDW Life veröffentlicht. Dort lesen Sie auch ein Interview mit dem Arbeitskreis-Vorsitzer Andreas Schmiedt. Als Print on Demand sind die Fragen und Antworten im IDW Verlag erhältlich: Fragen und Antworten zur praktischen Anwendung von Automatisierten Tools und Techniken (ATT)
Die Plattform SOLON X begleitet diesen Wandel und bietet der Wirtschaftsprüfungsbranche digitale Inhalte, Werkzeuge und Services zur technologischen Weiterentwicklung von Prüfungsprozessen.
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Warum die Aktualisierung jetzt notwendig war
Seit der Erstveröffentlichung 2020 hat sich in der Prüfungspraxis viel verändert. Damals galten datenbasierte Tools noch als Ausnahme, heute sind sie in vielen Abschlussprüfungen die Regel. Gleichzeitig haben sich Technologien rasant weiterentwickelt, sei es durch den Einsatz von Machine Learning oder von KI-basierten Sprachmodellen. Auch bei den Unternehmen ist die digitale Transformation in vollem Gange: Digitale Geschäftsmodelle stellen die belegbasierte Abschlussprüfung vor Herausforderungen.
Was ist neu in der überarbeiteten ATT-Verlautbarung?
Die aktualisierte Fassung greift vor allem drei praxisrelevante Entwicklungen auf:
1. Zahlungsnachweise als Prüfungsnachweise
Vor allem bei digitalen Geschäftsmodellen gewinnen Zahlungsnachweise als Prüfungsnachweise an Bedeutung, da der klassische Nachweis in Form eines unterschriebenen Belegs häufig nicht mehr vorliegt. Die neue ATT-Verlautbarung schafft Klarheit darüber, ob ein Zahlungsnachweis als Prüfungsnachweis geeignet ist und ob er gegebenenfalls als alleiniger Nachweis ausreicht.
2. Analyse unstrukturierter Daten
Mit neuen Technologien wie Text Mining oder Sprachmodellen sind wir heute zunehmend besser in der Lage, auch unstrukturierte Daten auszuwerten und für Zwecke der Abschlussprüfung nutzbar zu machen. Vor allem generative Sprachmodelle bieten viele Einsatzmöglichkeiten, zu denen die Fragen und Antworten praktische Hinweise liefern.
3. Regulatorische Anpassungen
Neben technologischen Aspekten sind auch die regulatorischen Rahmenbedingungen zu beachten: Die Fragen und Antworten zu ATT wurden an die Anforderungen von IDW QMS 1 sowie ISA [DE] 220 (Revised) angepasst.
Nutzen für die Prüfungspraxis
Die überarbeitete ATT-Verlautbarung ist weit mehr als ein technisches Update. Sie ist ein praktischer Leitfaden für moderne Prüfungsteams, um Tools und Techniken sicher, effizient und regelkonform anzuwenden. Besonders unterstützt werden Prüferinnen und Prüfer:
- beim regelkonformen Einsatz im Einklang mit den Normen der Prüfungsstandards
- beim Finden von Ideen für den ATT-Einsatz in der Abschlussprüfung
Fazit: ATT sind ein zentraler Baustein zukunftsfähiger Prüfungen
Die Bedeutung digitaler Technologien in der Abschlussprüfung wird weiter zunehmen, davon ist auch Andreas Schmiedt (KPMG) überzeugt. Er ist Vorsitzer des Arbeitskreises, der die Fragen und Antworten entwickelt hat. Die F&A geben dem Berufsstand einen aktuellen Orientierungsrahmen für den Einsatz moderner Technologien in der Abschlussprüfung. „Wir hoffen, mit dem Papier gerade auch die kleineren und mittelgroßen Praxen erreichen zu können und sie zu motivieren, über den Einsatz von Technologie nachzudenken“ betont Schmiedt. Mit den F & A fördert das IDW somit den Einsatz von ATT in der Praxis.
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